Stroh

Stroh

Odin zum Grusse

Nachdem wir uns ausführlich über die Authentizität von Strohballen unterhalten haben, möchte ich hier einen thread über Stroh beginnen.
Was ist Stroh? Stroh ist eigentlich das "Abfallprodukt" jeglicher Art von Getreide. Heute wird es noch als Einstreu bei Vieh und Pferden genutzt. Wobei Stroh auch gut als Rauhfutter für Pferde verwendet wird. Und mittlerweile ist Stroh schon fast so teuer wie Heu.
Und dazumal? Neben Futter und Einstreu wurde es als Baumaterial gebraucht.

Und nun frage ich mich: Lag das Stroh im MA einfach so auf einem Haufen?Wurde es nicht doch vielleicht irgendwie gebunden, eben in "Garben"? Sagt nicht schon ein altes Volkslied: "Heio spann den Wagen an,.....,holt die goldnen Garben"?

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Eure Freifrouw

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Re: Stroh

Hierzu mal ein paar Ausschnitte, welche ich im Internet gefunden habe.

Bei den gewöhnlichen Betten benutzte man als Unterlage bis in das 12. Jahrhundert hinein nur Stroh. Unterbetten und Matratzen findet man erst viel später. Ein eigenes Bett benutzten damals nur ganz vornehme Leute; das Gefolge, die Ritter mussten zu zweien oder dreien ein schmales Lager teilen.
Besonders in den nördlichen Gebieten bestanden die Häuser meist aus Holz, denn in Mitteleuropa dominierte der Wald, und dieser Baustoff war allseits verfügbar. Diese Bauweise konnte sehr kunstvoll sein, oft handelte es sich aber um einfache Häuser aus grob behauenen Balken oder Fachwerk mit Lehmfüllung. Die winzigen Fensteröffnungen ließen nur wenig Licht herein und wurden im Winter wohl mit Stroh verschlossen. Stroh bedeckte ausserdem den gestampften Boden.
Warum wurden Stroh, Binsen oder ggf. Sand in den Wohnräumen
ausgestreut?
Um den harten Boden etwas weicher zu machen und im Winter wohl auch, um nicht zu sehr zu frieren, wenn man am Boden schlief
Dachdeckung (mhd. dachunge). Zum Schutz gegen Regen und Schnee, gegen Kälte und teilweise auch gegen Feuer diente die Dachdeckung. Bis ins SMA. wurden im ländlichen wie im städtischen Haus, Stroh (langhalmiges Roggenstroh) und Reet (Ried, Teichschilfrohr) als besonders günstiges Deckungsmaterial benutzt. Es bot guten Feuchtigkeits- und Wärmeschutz und kam wegen seines geringen Gewichts mit einer relativ leichten Unterkonstruktion aus. Für Stroh- und Reetdeckung sind nur Steildächer geeignet, die den raschen Ablauf des Regenwassers gewährleisten. Das Rohr oder das Stroh wurde bündelweise (Halmenden nach oben, Schnittflächen nach unten) mit Haselstecken und Weidenruten auf der Lattung des Sparrendaches festgebunden, wobei ein Bündel über drei Latten reichen sollte. Mit einem Klopf- oder Treibbrett werden die Halme in die Bindung getrieben. Den First sicherte man durch mit Holzpflöcken befestigte Grassoden oder Heideplacken, auch durch quer darübergebundene Strohbündel, die von Holzreitern gehalten wurden; die Firstenden durch Firsthölzer oder eine Schindeleinfassung.
Seit der Jungsteinzeit gehörten in ganz Mitteleuropa Lehm, Holz und Stroh zu den Grundbaustoffen: Aus Holz bestanden die Gebäudekonstruktionen und das Dach, Lehm wurde für den Aufbau der Wände benutzt und Stroh zur Dacheindeckung.

Der Verwendungszweck lag offensichtlich meist im Bauwesen und im häuslichen Komfort.
Über die Lagerung selbst habe ich nichts gefunden. Wird jedoch bis auf die maschinelle Pressung nicht viel anders gewesen sein, als heute. Trockene Lagerung, um gegen Verfaulen und Pilzbefall vorzubeugen, war sicher auch unseren Vorfahren bekannt.

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Earl Forestbird

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Re: Stroh

Also irgendwie musste das Stroh ja transportiert werden. Und da wir wissen wie Teuer ein Pferd und Wagen dazumal war, ist es nahe liegend, dass das Stroh gebündelt wurde. In Bündeln konnte man das Stroh gut tragen und sicherlich in der Scheue auch so lagern.

Gehabt euch wohl
Wirga
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Wirga
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Re: Stroh

ich will jetzt echt nicht klugscheissen aber...
http://de.wikipedia.org/wiki/Garbe_(Landwirtschaft)

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Re: Stroh

Ok, lieber Hagelhans,

eine Garbe ist ein Bündel aus Getreidehalmen mit Aehren.
Aber was sagt uns das jetzt?

Teure Wirga
Genau, gebündelt. Vielleicht setzte man sich damals auf ein Strohbündel, statt auf einen Strohballen..... smile

Uebrigens habe ich grad heute von einem alten Bauer erfahren, dass man früher, wenn die Zeit nicht zum Dreschen reichte, das Dreschgut einfach auf dem Boden ausbreitete und ein paar Mal die Maultiere oder den Muni darüberjagte. Allerdings frage ich mich, wie man dann das Problem mit der Nicht-Stubenreinheit des Munis löste....... bad . Das vermochte mir der ältere Herr auch nicht zu erklären, er kenne dies eben auch nur vom Hörensagen von Früher.

Hochachtungsvoll
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Re: Stroh

das sagt, dass wir nicht darüber mutmassen müssen ob es so etwas wie Bündel gab.  Es gab sie smile

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Re: Stroh

Werter Hagelhans

Juhu, dann darf ich mich also authentisch auf ein Strohbündel setzen, wenn ich denn mal eins sehe? smile

Wir könnten eine Initiative starten: Strohbündel statt Strohballen! smile

Seyd gegrüsst
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Re: Stroh

Ich denke, man ließ sie vorher "machen". Ansonsten hatte man eben Pech. Das trocknet wieder.

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